GASTRONOMIE IM SAARLAND VOR DER WIEDERERÖFFNUNG - INTERVIEW MIT DEM GESCHÄFTSFÜHRER DES DEHOGA



Saarbrücken. Ab Montag darf die Gastronomie im Saarland unter Auflagen wieder öffnen. Viele sehnen sich nach der "Gastro-Öffnung", aber was erwartet die Saarländer und Saarländerinnen jetzt in den Restaurants und Kneipen? In einem Interview mit CityRadio Saarland hat der Hauptgeschäftsführer der Dehoga Saarland, Frank Hohrath, erklärt, worauf wir uns einstellen dürfen.


Eins steht für Hohrath fest: Es erwartet uns eine neue Art von Gastronomie. Einige Maßnahmen, wie sie eher im Ausland bekannt sind, wie beispielsweise Platzzuweisungen ("wait, you will be seated"), werden auch bei uns Einzug finden. Auch Wartezonen, wie sie bei den Discountern bereits bekannt sind, soll es geben. Zudem werden von allen Gästen die Kontaktdaten erfasst, um eine Nachverfolgbarkeit zu gewährleisten, sollte es zu Infektionen kommen.


Aber nicht nur der Einlass in die Gastronomie wird sich ändern. So werden Gäste nicht mehr Salz- und Pfefferstreuer auf den Tischen vorfinden, sondern einzelne Portionspäckchen, denn die Streuer müssten nach jedem Kunden desinfiziert werden. Ähnlich verhält es sich bei Tischdecken, auf die Gäste ebenfalls verzichten müssen. "Das Wichtigste ist, glaube ich, dass man einfach sich auf dieses Experiment einlässt, obwohl mir nicht der gewohnte Service geboten wird," so Hohrath.


Für Viele wird auch ein ganz anderes Kneipenfeeling entstehen, denn ein Aufenthalt an der Theke wird nicht möglich sein. Dadurch sind viele Kneipenbesitzer in der Zwickmühle, ob sie überhaupt öffnen sollen oder vielmehr können, denn die Rentabilität bei einer halb leeren Kneipe muss in Frage gestellt werden.


Hohrath rechnet damit, dass nicht alle Gastronomiebetriebe ab Montag wieder öffnen. "Es gibt Betriebe, die von Anfang an dabei sein werden, weil sie sagen das kann funktionieren - eingeschränkt natürlich! Es wird welche geben, die sagen, ich schau's mir vielleicht mal an und steigt eine Woche später ein. Andere werden auf machen und wieder zu machen, weil es sich nicht rechnet," so der Hauptgeschäftsführer der Dehoga Saarland.


Mit Hinblick hierauf spricht sich Hohrath für einen Rettungsfond für das Gastgewerbe aus, denn Mietkosten plagen Gastronomen auch bei der Schließung ihrer Betriebe. Bereits jetzt fürchten manche Gastronomiebetriebe um ihre Existenz und mussten Kredite aufnehmen. Hohrath rechnet damit, dass die Öffnung unter Auflagen am Montag für viele Betriebe nicht ausreichend sein werden um damit langfristig wirtschaftlich zu existieren. "Ich denke, dieser Rettungsfond ist unerlässlich," so Hohrath.

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